Zurück 17. April 2018

Vorbeugen statt Nachbehandeln

Prophylaxe und Sport

Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass Bewegung so manche Tablette einsparen kann. Das ist in zahlreichen Studien (1) nachgewiesen und wird von vielen Ärzten umgesetzt: Nicht ohne Grund verordnen diese ihren Patienten körperliche Aktivität.

Die richtige Sportart

Wichtiger als die Wahl der Sportart ist, überhaupt anzufangen, oder: Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Am besten geeignet sind die klassischen Ausdauersportarten Laufen (Walken), Schwimmen und Radfahren, in einem Bereich von 60–80% der maximalen Herzfrequenz. Um dauerhafte Effekte zu erzielen, sollten mindestens drei Trainingseinheiten à 30 Minuten pro Woche absolviert werden. Ergänzend ist das Training von Kraft und Koordination sinnvoll. Insgesamt sollten auf diese Weise wöchentlich zusätzlich 900 kcal verbrannt werden. Um den optimalen Trainingsbereich zuverlässig zu ermitteln und körperliche Probleme auszuschließen, sollte im Vorfeld eine (sport)ärztliche Untersuchung erfolgen.

Allgemeine Wirkungen

Wenn man es auf einen Nenner bringen möchte, hängen die meisten Erkrankungen von der allgemeinen und lokalen Durchblutung ab. Oder, um es mit dem berühmten Internisten Prof. Gotthard Schettler zu sagen: „Wir sind so alt wie unsere Gefäße.“ Deren Innenwand, das sogenannte Endothel, hat die Größe von sechs Fußballfeldern und ist weit mehr als eine bloße Wandverkleidung. Ist die Funktion gestört, kann es zu Gefäßverengungen und in der Folge zu unterschiedlichsten Erkrankungen kommen.

Knackpunkt „Arterienverkalkung“

Die gefürchtetsten Komplikationen verstopfter Gefäße sind Schlaganfall und Herzinfarkt. Dafür ursächlich sind die klassischen Risikofaktoren: Bluthochdruck, Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerte, Diabetes mellitus und Rauchen. Und hier schließt sich der Kreis zur Bewegung. Sämtliche Risikofaktoren – mit Ausnahme des Rauchens – werden durch Bewegung positiv beeinflusst. Umgekehrt ist allgemein bekannt, dass Bewegungsmangel ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Schutz vor Alterserscheinungen

Bewegung bietet also einen Schutzeffekt vor den „typischen“ Alterserscheinungen: Osteoporose, Schlaganfall, Herzinfarkt, Gelenkverschleiß, Demenz, Depression, sogar das Auftreten von Brust- und Darmkrebs wird reduziert. Natürlich ist es sinnvoll, schon in jungen Jahren Bewegung zum selbstverständlichen Lebensbestandteil zu machen. Auf der anderen Seite lohnt sich in jedem Alter anzufangen. Schon nach kurzer Zeit regelmäßigen Trainings lassen sich messbare Verbesserungen nachweisen.

1) Bewegung und Gesundheit: Gesicherte Effekte von Körperlicher Aktivität und Ausdauertraining (von M. Muster, R. Zielinski, Steinkopff Verlag, 2006)

 

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Immunsystem Sport Sport für bewegliche Gelenke