Bandscheibenvorfall – alles Wissenswerte über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Im Laufe des Lebens verändert sich unser Körper infolge eines natürlichen Alterungsprozesses. Davon ist auch die Wirbelsäule mit den dazugehörigen Bandscheiben betroffen. Meistens treten diese Veränderungen im Bereich der Hals -und Lendenwirbelsäule auf. Viele Menschen leiden mit zunehmendem Alter unter Rückenschmerzen und sogenannter Degeneration der Bandscheiben. Darunter versteht man natürliche Verschleißerscheinungen, die zu einem Verlust der Elastizität der Bandscheibe führen – sie verliert Flüssigkeit, wird spröde und rissig. Ein Bandscheibenvorfall, medizinisch auch Bandscheibenprolaps oder Diskushernie genannt, kann die Folge sein.

In vielen Fällen bleiben diese Vorgänge unbemerkt. Werden jedoch Nervenwurzeln von heraustretendem Bandscheibengewebe beeinträchtigt, führt dies zu den klassischen Beschwerden eines Bandscheibenvorfalles. Des Weiteren werden lokale Entzündungsreaktionen des Körpers für die Schmerzen verantwortlich gemacht. In unserem Beitrag erfahren Sie alle wichtigen Informationen zu den Symptomen und welche Ursachen zu einem Bandscheibenvorfall führen können. Wir fassen aktuelle Therapiemöglichkeiten für Sie zusammen und erläutern, wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Wissenswertes zur Anatomie der Wirbelsäule

Die Aufgaben der Wirbelsäule (lat. Columna vertebralis) und ihr Aufbau

Ein aufrechter Gang, die Übernahme der Last von Kopf und Oberkörper sowie der Schutz des empfindlichen Rückenmarks, welches im Wirbelkanal gelegen ist, zählen zu den wichtigsten Aufgaben der Wirbelsäule. Die Bandscheiben dienen dabei als eine Art Stoßdämpfer, um den Anforderungen und Belastungen des Lebens standzuhalten. Zahlreiche Bänder ermöglichen den Zusammenhalt und die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel bei maximaler Stabilität. Die gesunde Wirbelsäule zeigt in ihrem Verlauf natürliche Krümmungen, sogenannte Lordosen (nach vorn) und Kyphosen (nach hinten).

Die Wirbelsäule wird in unterschiedliche anatomische Bereiche eingeteilt:

  • Halswirbelsäule (HWS) mit 7 Halswirbeln
  • Brustwirbelsäule (BWS) mit 12 Brustwirbeln
  • Lendenwirbelsäule (LWS) mit 5 Lendenwirbeln
  • Kreuzbein (bestehend aus fünf miteinander verschmolzenen Kreuzbeinwirbeln)
  • Steißbein (bestehend aus drei bis fünf zurückgebildeten Wirbeln)

Aufbau einzelner Wirbel (lat. Vertebra)

Grundsätzlich besteht jeder Wirbel aus einem Wirbelkörper, dem Wirbelbogen, zwei seitlichen Querfortsätzen und den mittigen Dornfortsatz sowie vier Gelenkfortsätzen. Die Brust -und Lendenwirbel verfügen zusätzlich über paarige Zitzenfortsätze. In der Mitte befindet sich das Wirbelloch (Foramen vertebrale), in ihm verläuft der Wirbelkanal, in dem sich das Rückenmark mit seinen Rückenmarkshäuten befindet.

Aufbau der Bandscheibe (lat. Discus intervertebralis)

Die Bandscheiben verbinden die einzelnen freien Wirbel flexibel miteinander und dienen dabei als Stoßdämpfer. Der menschliche Körper besitzt 23 Bandscheiben, sie ermöglichen Beweglichkeit in alle Richtungen. Ausnahmen bilden die Bereiche zwischen Schädel und ersten Halswirbel, (Atlas C1), die Verbindung zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel (Axis C2) sowie zwischen den Kreuzbein -und Steißbeinwirbeln. Jede Bandscheibe besteht aus einem Faserring aus Bindegewebe, dem Anulus fibrosus und einem gallertartigen Kern im Inneren, der in der Fachsprache als Nukleus pulposus bezeichnet wird und einen hohen Flüssigkeitsanteil aufweist.

Ursachen eines Bandscheibenvorfalles

Zu den häufigsten Ursachen und Faktoren, die einen Bandscheibenvorfall begünstigen zählen:

  • Degenerative Veränderungen
  • Bewegungsmangel
  • Eine geschwächte Bauch -und Rückenmuskulatur
  • Übergewicht

So kommt es zu einem Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall entsteht in den meisten Fällen aufgrund degenerativer Veränderungen der Bandscheiben durch natürliche Alterungsprozesse. Die Bandscheiben dienen zur Pufferung zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und müssen so im Laufe des Lebens vielen Belastungen standhalten.

Da die Bandscheibe bereits im Kindesalter nicht mehr durchblutet wird, ist ihre Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen durch das umliegende Gewebe abhängig. Der Prozess von Be- und Entlastung der Bandscheiben gewährleistet dabei einen konstanten Austausch. Die Bandscheibe wird mit wichtigen Nährstoffen versorgt, ebenso werden Abfallprodukte ausgeschieden. Bei einseitiger Belastung (das Tragen schwerer Lasten ebenso wie lange Bettlägerigkeit) ist dieser nötige Austausch nicht mehr angemessen möglich, die Bandscheibe kann ihrer Funktion nicht mehr gerecht werden. Die Wahrscheinlichkeit an einem Bandscheibenvorfall zu erkranken wird somit begünstigt.

Mit welchem Alter und in welcher Ausprägung sich die Abnutzung der Bandscheibe bemerkbar macht, ist individuell verschieden. Sehr viele Menschen kennen Rückenschmerzen unterschiedlichster Ausprägung. Doch in vielen Fällen kann sich ein Bandscheibenvorfall unbemerkt wieder zurückbilden. Tritt Bandscheibengewebe aus der porösen Bandscheibe hervor, kann dies auf nähergelegene Nerven drücken und so zu den typischen Schmerzen eines Bandscheibenvorfalles führen. Drückt der Gallertkern gegen den Faserring, so spricht man von einer Vorwölbung, einer Protrusion. Diese Vorwölbung kann ebenfalls zu Beschwerden führen. Ist der Faserring hingegen gerissen, so dass der innere Gallertkern herausragt und umliegende Nerven einengt, handelt es sich um einen klassischen Bandscheibenvorfall. Aufgrund des austretenden Bandscheibengewebes werden die charakteristischen Schmerzen und lokale (örtliche) Entzündungsreaktionen in der Umgebung des Rückenmarks und der angrenzenden Nervenwurzeln ausgelöst. Werden die Nerven zu stark komprimiert, kann es zu neurologischen Ausfallerscheinungen, wie beispielsweise Taubheitsgefühlen, kommen. Anzeichen und Schmerzlokalisation hängen davon ab, in welchem Wirbelsäulenabschnitt der Vorfall (Prolaps) zu finden ist.

Weitere wesentliche Faktoren, die einen Bandscheibenvorfall auslösen können, sind Bewegungsmangel und eine schlecht ausgebildete Bauch -und Rückenmuskulatur sowie Übergewicht. Haltungsfehler, das Tragen schwerer Lasten oder ruckartige Bewegungen können ebenso einen Bandscheibenvorfall begünstigen. Eine genetische Disposition, also eine erbliche Veranlagung, soll einen wesentlichen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko haben. Bandscheibenvorfälle aufgrund von Verletzungen oder Unfällen sind ebenfalls möglich, kommen aber sehr viel seltener vor.

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalles

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalles im Überblick:

  • Akute Rückenschmerzen
  • Plötzlich einsetzende vernichtende Schmerzen im Rückenbereich
  • Die Schmerzen strahlen in den Nacken, in den Arm oder ins Bein aus
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder sogenanntes Ameisenlaufen
  • Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen
  • Störungen der Blasen -und Darmfunktion

Rückenschmerzen, die über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, können ebenso auf einen Bandscheibenvorfall deuten, wie der akute Schmerz, der sich nach einer falschen Bewegung anschließt. Für Betroffene kommen die Schmerzen jedoch meist „wie aus heiterem Himmel“ und verstärken sich bei Belastung. Der einschießende Schmerz kann dabei beispielsweise ins Bein ausstrahlen. Durch Husten oder Niesen werden die Anzeichen verschlimmert. Die Rückenmuskulatur verhärtet sich und der Patient nimmt eine Schonhaltung ein. Je nachdem welcher Abschnitt der Wirbelsäule betroffen ist, führt der Vorfall zu den klassischen Symptomen eines Bandscheibenvorfalles wie Schmerzen, Empfindungsstörungen, zum Beispiel Taubheit und zu eingeschränkter Beweglichkeit in unterschiedlichen Regionen des Körpers. Schwindel und Koordinationsstörungen sind ebenfalls möglich.

Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule (HWS-Bereich)

Spricht man von einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich ist ein Vorfall im Bereich der Halswirbelsäule gemeint. Ein weiterer Begriff hierfür ist der zervikale Bandscheibenvorfall, der bei Männern zwei bis dreimal häufiger auftritt. Besonders betroffen sind die Abschnitte vom fünften bis siebten Halswirbel, da sich hier degenerative Veränderungen besonders bemerkbar machen und dieser Bereich, im Gegensatz zur eher starren Brustwirbelsäule, eine hohe Beweglichkeit aufweist. Betrachtet man jedoch die Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule, treten Bandscheibenvorfälle im Halsbereich immer noch vergleichsweise selten auf.

Ein Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich kann sich durch ausgeprägte Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in Arme und Hände bemerkbar machen. Betroffene berichten oft von einem Kribbeln oder Kältegefühl im Arm oder der Hand. Häufig treten zudem starke Kopfschmerzen im Hinterkopf und Schwindel auf. Zusätzlich können sich Sensibilitätsstörungen, Taubheitsgefühle und eine Muskelschwäche bemerkbar machen. Dabei treten die Schmerzen und Gefühlsstörungen der Arme an bestimmten Stellen auf, diese geben dem Arzt Rückschlüsse zur genauen Lokalisierung des Bandscheibenvorfalles.

Bei einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich kann es neben der Einengung der Nervenstrukturen auch zu Schädigungen des Rückenmarks kommen. Werden die betroffenen Nervenwurzeln zu stark komprimiert, kann dies zu neurologischen Ausfällen wie beispielsweise Lähmungserscheinungen führen. In diesem Fall handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden sollte.

Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom)

Die Bezeichnung Halswirbelsäulensyndrom umfasst zahlreiche Beschwerden der Nacken-, Schulter -und Armregion. Zu den typischen Symptomen eines HWS-Syndroms zählen Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Schwindel. Die Schmerzen können dabei in den Arm ausstrahlen, Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle sind möglich. Man unterscheidet zwischen einem akuten und einem chronischem Halswirbelsäulensyndrom. Zu den möglichen Ursachen zählen u.a. funktionelle Verspannungen der Nackenmuskulatur, degenerative Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule, aber auch ein Schleudertrauma kann zu einem akuten HWS-Syndrom führen. Die Therapie eines HWS-Syndroms richtet sich nach den zugrundeliegenden Beschwerden.

Von der Halswirbelsäule ausgehende Schmerzen, die in den Arm ausstrahlen, werden auch als Zervikobrachialgie bezeichnet und beschreiben ebenso wie das HWS-Syndrom die vordergründigen Beschwerden.

Bandscheibenvorfall im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS-Bereich)

Bandscheibenvorfälle im Brustwirbelsäulenbereich sind ausgesprochen selten. Medizinisch werden sie auch als thorakale Bandscheibenvorfälle bezeichnet. Häufig handelt es sich um Zufallsbefunde, die zunächst keiner Behandlung bedürfen. Kommt es doch zu ausgeprägten Anzeichen, können diese vielfältig sein. Darunter zählen Schmerzen oder eine Enge im Brustbereich. Auch Herzrasen und Herzstolpern werden beschrieben.

Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS-Bereich)

Der Bandscheibenprolaps (Austreten von Bandscheibengewebe oder -flüssigkeit) im Lendenwirbelsäulenbereich tritt am häufigsten auf. In der Fachliteratur werden die sog. lumbalen Vorfälle (d.h. den Lendenwirbel betreffend) mit einem Vorkommen von ca. 90% angegeben. Am ehesten betroffen ist der Lendenwirbelsäulenbereich L4/ L5 (Lendenwirbel 4/5) und L5/ S1 (Lendenwirbel 5/Sakralwirbel 1). Die Schmerzen eines Bandscheibenvorfalles im unteren Rücken strahlen häufig ins Bein und das Gesäß aus. Gefühlsstörungen wie ein elektrisierendes Schmerzempfinden oder Kribbeln der betroffenen Extremität (wird oft als Ameisenlaufen beschrieben) sind dabei sehr häufig. Charakteristisch für einen akuten Bandscheibenvorfall sind die plötzlich auftretenden, sehr starken und kaum auszuhaltenden Schmerzen.

Lendenwirbelsäulensyndrom (LWS-Syndrom)

Das LWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, bei denen Schmerzen des unteren Rückens, des lumbalen Bereiches, im Vordergrund stehen.

Was ist eine Lumboischialgie?

Vielen Menschen ist eine Reizung des Ischiasnervs (Nervus ischiadicus), mit seinen ausstrahlenden Schmerzen ins Bein bekannt. Allgemein werden Beschwerden der Lendenwirbelregion als Lumboischialgie oder auch Wurzelreizsyndrom bezeichnet, wenn sie durch eine Reizung des Ischiasnervs entstehen. Dieser verläuft vom unteren Rücken über das Gesäß bis zum Fuß hinunter und verursacht daher die typischen Schmerzen. Diese werden oft als elektrisierend und ziehend angegeben, zusätzlich sind Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen möglich. Neben Entzündungen, Verletzungen oder Tumoren sind für Ischialgien häufig Bandscheibenvorfälle verantwortlich.

Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall?

Wenn eine meist drehende oder bückende Bewegung zu einem akuten und stark ausgeprägten Schmerz führt, so dass keine weitere Bewegung mehr möglich ist, so ist häufig von einem Hexenschuss die Rede. Der Schmerz „schießt“ dabei in den unteren Rückenbereich (ins Kreuz) und macht ein Fortführen der Bewegung, z.B. Aufrichten schlicht unmöglich. Der Hexenschuss, auch Lumbago genannt, wird meist durch Muskelverspannungen und Gelenkblockierungen, selten durch Bandscheibenvorfälle ausgelöst. Trotz der akuten und plötzlich eintretenden Beschwerden sind meist keine ernsten Erkrankungen für einen Hexenschuss verantwortlich.

Wann bei einem Hexenschuss zum Arzt?

Akute und starke Schmerzen der unteren Rückenregion kommen sehr häufig vor. Bessern sich diese jedoch nicht innerhalb weniger Tage und treten zusätzlich neurologische Beeinträchtigungen auf, so sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Bei Schmerzen, die beispielsweise ins Bein ausstrahlen, Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln oder Lähmungserscheinungen sollte ebenfalls ein Arztbesuch zur weiteren Abklärung eines möglichen Bandscheibenvorfalles erfolgen. Eine eintretende Harn -und Stuhlinkontinenz stellt eine Notfallsituation dar.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Eine Verengung des Rückenmarkkanals führt zu einer Spinalkanalstenose, die meist auf degenerative Prozesse zurückzuführen ist. Mit der natürlichen Abnutzung einhergehend kommt es zu Knochenanbauten (Spondylophyten), die den Wirbelkanal zusätzlich einengen. Unter anderem können auch chronische Bandscheibenvorfälle und das Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) eine Spinalkanalstenose begünstigen. Die Spinalkanalstenose tritt überwiegend im Hals -und Lendenbereich auf. Die komprimierten Nervenwurzeln führen zu den charakteristischen Beschwerden einer Spinalkanalstenose wie Rückenschmerzen und Beinschmerzen. Patienten sind in ihrer Belastbarkeit sehr eingeschränkt, welches sich vorwiegend anhand einer verminderten Gehstrecke bemerkbar macht. Die Schmerzen werden von Schritt zu Schritt schlimmer, beugt sich der Betroffene jedoch vorne über und stützt sich mit den Armen ab, so lassen die Beschwerden schlagartig nach. Missempfindungen, Muskelschwäche und Gangunsicherheit sind weitere Anzeichen eines verengten Spinalkanals. Sofern möglich, wird eine Spinalkanalstenose zunächst konservativ behandelt. Taubheit, Lähmungserscheinungen, Störung des Sexuallebens sowie Verlust der Kontrolle von Blase und Darm sind weitere Merkmale, die eine dringende Untersuchung und gegebenenfalls Operation erforderlich machen.

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalles

Mit einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) und körperlichen sowie neurologischen Untersuchung kann sich Ihr Facharzt ein umfangreiches Bild über Ihren Zustand machen. Anhand der vorherrschenden Symptome wird er eine Diagnose stellen. Mit Hilfe neurologischer Tests, können Sensibilität, Motorik und Reflexe beurteilt werden. In Verbindung zu Ihren Angaben, kann so die anatomische Höhe und das Ausmaß des vermuteten Bandscheibenvorfalles festgestellt werden. Strahlen die Schmerzen sehr weit aus, zum Beispiel in den Kopf, Arm oder ins Bein, dann liegt die Vermutung eines Bandscheibenvorfalles nahe.

Ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule zählt zu den häufigsten Bandscheibenvorfällen. Ein wichtiges Indiz hierfür ist das sogenannte Lasegue-Zeichen. Hierfür heben Sie das betroffene Bein (sitzend oder liegend) um ca. 75 Grad an. Bei einem Bandscheibenvorfall ist diese Bewegung sehr schmerzhaft und dient dem Arzt als klares Zeichen für einen Bandscheibenvorfall in der Höhe L4 (Lendenwirbel 4) und S2 (Sakralwirbel 2).

Bestimmte Krankheitszeichen wie Taubheit, Lähmung oder Blasen -und Darmentleerungsstörungen stellen eine Notfallsituation dar, die eine sofortige Diagnostik und Behandlung bedarf. Aber auch langanhaltende Schmerzen oder eine Verschlechterung des Befindens rechtfertigen den Einsatz weiterführender Untersuchungen.

Verschiedene bildgebende Verfahren können zur weiterführenden Einschätzung genutzt werden. Darunter zählen klassische Röntgenbilder, die Computertomographie (CT) und Untersuchungen mittels Kontrastmittelgabe wie die Myelographie (röntgenologische Darstellung des Wirbelkanals). Da die Magnetresonanztomographie (MRT) jedoch die meisten Informationen zur Lokalisation (Ort) und Ausmaß eines Bandscheibenvorfalles liefert, stellt sie die Untersuchungsmethode der 1. Wahl dar und wird von den Medizinern zur sicheren Diagnostik bevorzugt. Mit der MRT werden hochauflösende und dreidimensionale Bilder erstellt, die nicht nur die Beurteilung der Knochen, sondern insbesondere der Weichteilstrukturen und des Nervengewebes ermöglichen. Schäden an der Wirbelsäule, am Rückenmark oder an den Bandscheiben werden auch in frühen Stadien einer Erkrankung somit sehr gut dargestellt.

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalles

Selbsthilfe bei akuten Beschwerden

Im Akutfall hat sich die Stufen-Lagerung bewährt, sie kann bei Bedarf mehrmals am Tag angewandt werden. Legen Sie sich hierzu flach auf den Rücken und die Unterschenkel auf einem Stuhl oder Hocker ab, so dass Ober- und Unterschenkel miteinander einen 90-Grad-Winkel bilden. Die Schmerzen werden mit dieser Methode etwas erträglicher. Betroffenen wird geraten, sich möglichst schnell wieder zu bewegen, denn nur so kann die verhärtete Muskulatur langsam wieder gelockert und eine Schonhaltung vermieden werden.

Die konservative Therapie

In den meisten Fällen ist die konservative Therapie eines Bandscheibenvorfalles ausreichend, da der Prolaps in der Regel ohne Operation ausheilt. Erst wenn mit konservativen Maßnahmen keine Besserung der Beschwerden erreicht wurde, werden andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen. Die Zeit der konservativen Behandlung nimmt mehrere Wochen in Anspruch, im Vordergrund steht dabei die Schmerzreduktion. Langfristig soll mit der Rückbildung des Bandscheibenvorfalles die Beweglichkeit erhalten bleiben. Auch wenn es schmerzt, so empfehlen Experten doch, sich möglichst schnell wieder zu bewegen und auf eine Schonhaltung nach Möglichkeit zu verzichten. Bettruhe ist nur zu Anfang geeignet, da längere Ruhephasen einen weiteren Abbau der Muskulatur und verringerte Stoffwechselvorgänge nach sich ziehen würden. Das Empfinden des Patienten würde sich folglich noch verschlechtern.

Bandscheibenvorfall und Schmerzen lindern

Mit der Einnahme schmerz -und entzündungshemmender Medikamente werden unterschiedliche Therapiemaßnahmen, wie beispielsweise Krankengymnastik oder physikalische Therapien unterstützt. Wärmeanwendungen sollen die verkrampften Muskeln wieder lockern, so dass Bewegungen wieder ohne Schmerzen möglich sind. Jeder Mensch ist einzigartig, so muss auch die konservative Therapie auf die persönlichen Bedürfnisse eingehen. Im Sinne eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes soll geschaut werden, welche Maßnahmen neben der Schmerzreduktion für den Einzelnen am geeignetsten sind. Leidet der Patient beispielsweise neben dem Bandscheibenvorfall unter Depressionen, so sollte eine zusätzliche psychologische Betreuung Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung bieten. Sind Haltungsfehler für den Bandscheibenvorfall verantwortlich, so kann in einer Rückenschule auf richtige Techniken eingegangen und mögliche Alternativen aufgezeigt werden. Die Hilfestellung richtet sich demnach auch immer nach den eigenen Ressourcen (Handlungsmöglichkeiten).

Wie hilft Wobenzym bei einem Bandscheibenvorfall?

Entzündungen spielen bei Bandscheibenvorfällen nachweislich eine große Rolle. Klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass es neben der Kompression der Nervenwurzel zu einer Entzündungsreaktion des Körpers kommt, die zusätzlich zu der typischen Schmerzsymptomatik eines Bandscheibenvorfalles beiträgt. So rücken Behandlungskonzepte, die direkt auf diese Entzündungsreaktion abzielen, vermehrt in den Vordergrund. Die Enzyme von Wobenzym wirken auf natürliche Weise entzündungsregulierend und unterstützen so das körpereigene Immunsystem. Sie wirken abschwellend und dadurch schmerzlindernd – in der Folge heilt die Entzündung schneller ab.

Durch die unterstützende Einnahme geeigneter natürlicher Enzyme wird der Entzündungsprozess reguliert und die Heilung beschleunigt. Die Enzyme von Wobenzym führen zur Abschwellung des betroffenen Gewebes, wodurch weniger Druck auf die gereizten Nerven und Bandscheiben ausgeübt wird. Der Schmerz wird gelindert und die Beweglichkeit kehrt wieder zurück.

Die operative Behandlung eines Bandscheibenvorfalles

In bestimmten Fällen ist eine operative Versorgung des Bandscheibenvorfalles, eine sogenannte Nukleotomie, notwendig. Sollten sich die Beschwerden mit konservativen Maßnahmen nach ca. sechs Wochen nicht bessern oder der Zustand sogar verschlechtern, so wird eine operative Behandlung in Betracht gezogen. Hierfür stehen verschiedene Operationstechniken zur Verfügung.

Minimal-invasive Bandscheiben-OP

Für den minimal-invasiven Eingriff sind drei Operationsformen geläufig: die mikrochirurgische, die perkutane oder endoskopische Technik. Grundsätzlich bieten minimal-invasive Operationsverfahren an der Wirbelsäule viele Vorteile im Vergleich zur reinen, offenen Wirbelsäulenoperation. So stehen beispielsweise eine schnellere Wundheilung sowie eine raschere Genesung in direkter Verbindung mit der gewählten Operationsmethode. Der Patient kann schneller aus der Klinik entlassen werden und gelangt früher in sein Privat -und Arbeitsleben zurück.

Welcher Eingriff zu empfehlen ist, hängt nicht nur von den Beschwerden des Patienten ab, auch muss die Klinik das nötige Equipment vorhalten und der Wirbelsäulenspezialist und sein Team mit dem Eingriff vertraut sein. Fachwissen und Erfahrung des Operateurs führen in einer gemeinsamen Entscheidungsfindung mit dem Patienten zu einer ausgewählten Operationsmethode.

Gold-Standard der Bandscheibenoperation

Die offene mikrochirurgische Entfernung des Bandscheibengewebes zählt noch immer zu der Standardbehandlung eines Bandscheibenvorfalles. Mit Hilfe eines Mikroskops ist die präzise Entfernung des Prolapses möglich. Unabhängig von der Höhe des Bandscheibenvorfalles und dessen Ausmaß, ermöglicht dieses Operationsverfahren eine uneingeschränkte Sicht, welches ein hohes Maß an Sicherheit bietet.

Im Laufe der letzten Jahre haben sich die Techniken in der Wirbelsäulenchirurgie zunehmend weiterentwickelt, so dass auch endoskopische Bandscheibenoperation häufiger durchgeführt werden. Hierbei wird das hervorgetretene Bandscheibengewebe über einen Arbeitskanal entfernt und so die eingeengten Nervenwurzeln wieder freigelegt. Umliegende Bänder und Muskulatur bleiben unverletzt und für das Einbringen des Endoskops werden natürliche Knochenöffnungen der Wirbelsäule genutzt. Unter Sichtkontrolle wird mit speziellem Operationsbesteck der Prolaps schonend und sicher entfernt.

Weiterführende Maßnahmen zur Stabilisierung der Bandscheiben, wie beispielsweise die Versteifung der Wirbelsäule (Spondylodese), werden bei schweren Bandscheibenvorfällen und drohender Instabilität eingesetzt. Eine Alternative stellen Bandscheibenprothesen unterschiedlichen Materials dar. Das Implantieren künstlicher Bandscheiben bietet den Vorteil einer besseren Beweglichkeit und Stabilität der Wirbelsäule im Gegensatz zur herkömmlichen Versteifung und wird zunehmend bei jüngeren Patienten in Betracht gezogen. Die Abtragung des Bandscheibengewebes mit einem Laser, die Chemonukleolyse (Auflösung des Bandscheibengewebes mittels eines Enzyms und anschließende Absaugung) sowie die Perkutane Nukleotomie (spezielle Absaugung) sind weitere Therapieoptionen, die jedoch seltener angewandt werden.

Notfall Bandscheibenvorfall

Das sogenannte Kauda-Syndrom oder auch Kauda-Equina-Syndrom stellt einen klinischen Notfall dar. Hierbei handelt es sich um ein Querschnittssyndrom mit einer Schädigung der Nervenfasern am unteren Ende des Rückenmarks. Der Patient leidet unter starken Rückenschmerzen sowie Taubheits- und Lähmungserscheinungen. Beispielsweise tritt eine Fußheberschwäche auf: Betroffene Patienten können in diesem Fall ihre Füße plötzlich nicht mehr heben. Sensibilitätsstörungen im Bereich der Oberschenkel und des Gesäßes (sogenannte Reithosenanästhesie) können mit Störungen der Blasen- und Darmentleerung einhergehen. Eine sofortige Operation dient der Entlastung der komprimierten Nervenfasern. Zusätzlich sollen irreversible Schäden und Langzeitfolgen vermieden werden.

Prävention/ Vorbeugung eines Bandscheibenvorfalles

Der natürliche Alterungsprozess lässt sich nicht aufhalten, und doch können wir eine Menge tun, um möglichen Beschwerden und Erkrankungen vorzubeugen. Und das insbesondere im Rückenbereich. Verspannungen, Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen wirken sich negativ auf unsere Lebensqualität aus. Denn diese sind meist die Vorboten, bis ein Bandscheibenvorfall entsteht. Die klassischen Rückenbeschwerden lassen sich jedoch mit gezielten Maßnahmen erheblich verringern, vorausgesetzt wir schaffen es, sie in unseren Alltag zu integrieren. Berücksichtigen wir die nachfolgend aufgeführten Empfehlungen, so können wir einem Bandscheibenvorfall bestmöglich vorbeugen.

  • Bleiben Sie in Bewegung
    Die Bandscheiben werden durch das Zusammenspiel von Be -und Entlastung mit Nährstoffen versorgt. Bewegungsmangel gehört neben einem alterungsbedingten Verschleiß zu den häufigsten Auslösern eines Bandscheibenvorfalles. Auch eine Überbeanspruchung kann einen Bandscheibenvorfall begünstigen. Daher ist der Wechsel zwischen Bewegung und Entspannung ausgesprochen wichtig.
  • Rückengerechtes Verhalten
    Für den Alltag und das Arbeitsleben stehen viele Empfehlungen aus der Praxis zur Verfügung. So sollte beispielsweise das Heben und Tragen schwerer Lasten rückenschonend ausgeführt werden. Sitzende Tätigkeiten vor dem Computer sollten möglichst oft durch veränderte Sitzpositionen oder stehende Tätigkeiten verändert werden. Verspannungen kann so nachhaltig entgegengewirkt und Schonhaltungen können vermieden werden. Informationen und Tipps zum richtigen Heben und Tragen finden Sie beispielsweise hier
  • Stärken Sie Ihre Rumpfmuskulatur
    Mit einer gestärkten Bauch -und Rückenmuskulatur unterstützen Sie Ihren Rücken und Ihre Bandscheiben. Zu den geeignetsten Sportarten zählt das Schwimmen. Durch die Bewegung werden die Bandscheiben mit wichtigen Nährstoffen versorgt, die Rückenmuskulatur wird gestärkt und die Gelenke werden geschont. Vielleicht verbinden Sie den Besuch im Schwimmbad mit einem anschließenden Wellnessaufenthalt, das tut auch der Seele gut.
  • Gesunde Lebensweise
    Ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht beeinflussen sich oft gegenseitig und schwächen die körperliche Abwehr. Übergewicht wirkt sich zudem ungünstig auf die Bandscheiben aus, da sie so zusätzlich belastet werden. Eine vollwertige Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge sowie der Verzicht auf das Rauchen haben sich bewährt.

Eine gesunde Lebensweise und die Stärkung des Immunsystems fördern unser Wohlbefinden und schützen gleichermaßen unsere Gesundheit – für mehr Lebensfreude und einen schmerzfreien Rücken.

Quellenangabe

  • AWMF online Das Portal der wissenschaftlichen Medizin. S2k-Leitlinie 033/048: Konservative und rehabilitative Versorgung bei Bandscheibenvorfällen mitradikulärer Symptomatik. Online verfügbar unter: https://www.awmf.org/ aktueller Stand: 07/2014 (abgerufen am 04.02.2020)
  • Bundesärztekammer. Kassenärztliche Bundesvereinigung. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Nationale Versorgungsleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz. Online verfügbar unter: https://www.leitlinien.de 2. Auflage, 2017 Version 1AWMF-Register-Nr.: nvl-007 (abgerufen am 04.02.2020)
  • Universitätsspital Bern. Universitätsklinik für Neurochirurgie. Thorakaler Bandscheibenvorfall. Online verfügbar unter: http://www.neurochirurgie.insel.ch  (abgerufen am 04.02.2020)
  • H. Lippert. D. Herbold. W. Lippert-Burmester. Anatomie - Text und Atlas. 9. Auflage 2010 Urban & Fischer Verlag
  • Prof. Dr. O. Michel. Dr. Frank Antwerpes. DocCheck Flexikon. HWS-Syndrom. Online verfügbar unter: https://flexikon.doccheck.com/de/HWS-Syndrom (abgerufen am 04.02.2020)
  • Bijan Ganepour. Facharzt für Neurochirurgie. Bandscheibenvorfall: Ursachen, Diagnose und Therapie. Online verfügbar unter: https://gelenk-klinik.de/wirbelsaeule/bandscheibenvorfall.html (abgerufen am 04.02.2020)
    Spinalkanalstenose: Verengung des Rückenmarks der Wirbelsäule. Online verfügbar unter: https://gelenk-klinik.de/wirbelsaeule/wirbelkanalstenose-spinalkanal-stenose.html (abgerufen am 04.02.2020)
  • Neurologen und Psychiater im Netz. Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen. Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz. Informationen zum Bandscheibenvorfall. Online verfügbar unter: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org (abgerufen am 04.02.2020)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Gesundheitsinformation.de. Thema Bandscheibenvorfall – nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten. Online verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/(abgerufen am 04.02.2020)
  • Carolin Schoppe. Techniker Krankenkasse. Der Bandscheibenvorfall - wie es dazu kommt und wie man schnell wieder fit wird. Online verfügbar unter: https://www.tk.de (abgerufen am 04.02.2020)

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