Was ist ein Hexenschuss?

Der Hexenschuss, auch akute Lumbago, Lumbalgie oder lokales Lumbalsyndrom genannt – bis zu 85% der Deutschen erleiden ihn mindestens einmal im Leben.1 Charakteristische Symptome sind ein plötzlich einschießender, starker Schmerz im unteren Rücken bzw. im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, und ein starkes Verkrampfen der Muskulatur. Verursacht wird diese Muskelverkrampfung meistens durch ungünstige Bewegungen oder Fehlbelastungen beim Heben schwerer Lasten. Weitere typische Ursachen sind ungewohnte Rumpfdrehungen, oder der Hexenschuss tritt beim Bücken auf. Die unteren Lendenwirbel und der Bereich über dem Kreuzbein sind am stärksten von den akuten Schmerzen betroffen, welche die Bewegung stark einschränken und auch beim Gehen und Stehen auftreten. 

Trotz der starken Schmerzen ist ein einmaliger Hexenschuss harmlos, sofern andere Diagnosen wie z.B. ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen werden können. Meistens verschwinden die
Beschwerden nach einigen Tagen von selbst. Ein Gespräch mit dem Arzt und eine körperliche Untersuchung reichen in der Regel aus, um den Hexenschuss zu diagnostizieren und von ernsteren Ursachen zu unterscheiden. Häufig werden eine kurzzeitige Stufenlagerung, eine Behandlung mit Wärme und in manchen Fällen Rückenschule verordnet. Jedoch ist Bettruhe, die viele Betroffene bei einem Hexenschusses vorziehen, kontraproduktiv. Stattdessen sollten Sie sich lieber leicht bewegen und versuchen, die Alltagsaktivitäten aufrechtzuerhalten. Es gibt auch spezielle Übungen, die bei einem Hexenschuss die akuten Schmerzen lindern, oder einer erneuten Lumbago vorbeugen können. 

Ein Hexenschuss ist nicht das Gleiche wie chronische Kreuzschmerzen. Der Oberbegriff „Lumbalsyndrom“ beschreibt beides: Sowohl alters- und abnutzungsbedingte degenerative Störungen und Funktionsstörungen der Lendenwirbelsäule über einen längeren Zeitraum als auch Schmerzen, die kurzzeitig ausschließlich auf die Lendenwirbelregion begrenzt sind. Zu letzterem zählt der Hexenschuss. Er ist nur dann harmlos, wenn er einmalig auftaucht und von selbst wieder verschwindet. Kommt der plötzliche Schmerz häufiger wieder, handelt es sich um rezidivierende Kreuzschmerzen, die verschiedene Ursachen haben können.    

Die Prognose eines einmaligen bzw. erstmaligen Hexenschusses ist also meistens gut. Die akute Lumbago verschwindet nach einigen Tagen von selbst, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

Mit einer systemischen Enzymtherapie können Sie die Regeneration unterstützen. Da eine Lumbago eine akute Muskelverspannung ist, werden dabei die Kapillaren innerhalb der betroffenen Muskulatur zusammengedrückt. Die gesteigerte Durchblutung mit Rötung und Überwärmung stellt ein klassisches Zeichen einer Entzündung dar. Hier setzt die Wirkung von Wobenzym (Arzneimittel) an. An allen entzündlichen Prozessen im Körper sind Botenstoffe beteiligt. Manche von ihnen verstärken die Entzündung, andere lindern sie. Die in Wobenzym (Arzneimittel) enthaltenen Enzyme lassen Entzündungen schneller und effektiver ablaufen und wirken abschwellend. Auf diese Weise unterbrechen sie den Kreislauf aus Schmerz, Schonhaltung und daraus bedingter Verschlechterung der Beschwerden.
Wobenzym (Arzneimittel) setzt vielmehr an der Ursache an und sorgt somit nicht nur für vorübergehende Schmerzfreiheit, sondern bietet dem Körper Hilfe zur Selbsthilfe auf dem Weg zur Beschwerdefreiheit. Der nachhaltige Ansatz kann nicht nur chronische Beschwerden bessern,
sondern einer Chronifizierung auch effektiv vorbeugen.     

 

Ursachen & Risikofaktoren – so entsteht eine akute Lumbago

Ein Hexenschuss entsteht durch eine Fehlbelastung des Rückens. Das kann zum Beispiel bei einer plötzlichen oder ungeschickten Beuge- oder Drehbewegung passieren, aber auch wenn Sie etwas Schweres heben. Vor allem nach langen Ruhephasen bergen plötzliche Bewegungen das Potenzial für einschießende Kreuzschmerzen. Selbst leichte Belastungen können schon zur akuten Lumbago führen, wenn die zugrundeliegende Bewegung ungünstig ausgeführt wird.

Eine solche Fehlbelastung kann starke Verspannungen in der Muskulatur auslösen. Auch eine Gelenkblockade kann die Folge sein, wenn die Wirbelgelenke sich infolge der Fehlbelastung oder ungünstigen Bewegung minimal verschieben oder blockieren. Das führt dann zu einer Nervenreizung und den starken Schmerzen, die bei einem Hexenschuss „einschießen“.

Besonders gefährdet sind Menschen mit einer schwachen Rumpfmuskulatur sowie Personen, die häufig Fehlhaltungen einnehmen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Sie eine sitzende Tätigkeit ausüben und Ihr Bürostuhl nicht ergonomisch ist.

Außerdem tritt ein Hexenschuss, anders als seine akuten Schmerzen, meist nicht plötzlich auf. Seine Entwicklung hat eine Vorgeschichte. Die Rückenmuskulatur ist bei Betroffenen häufig schon länger geschwächt, es liegen chronische Fehlhaltungen oder ein Bewegungsmangel vor. Der Mangel an Bewegung ist der Hauptrisikofaktor und die Hauptursache für Rückenprobleme in unserer Gesellschaft.2 Nicht ohne Grund erleiden bis zu 85% der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben einen Hexenschuss – überwiegend im Alter von 20 bis 50 Jahren.1,3 Die Beweglichkeit im Kreuz ist durch chronischen Bewegungsmangel stark eingeschränkt, weil Muskeln verkürzt und/oder verhärtet sind, die Bänder, Sehnen und Faszien strapaziert werden und es in den Gelenken „nicht
rund läuft“. Bestimmte Bewegungen haben so das erhöhte Potenzial, zu einer plötzlichen und schmerzhaften Blockade zu führen. Dies geschieht häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Auch unterhalb der Lendenwirbelsäule, an den Kreuzbein-Darmbeingelenken – genannt Iliosakralgelenke –, kann das Zusammenspiel von Muskeln, Bändern & Co. bei Überbelastung gestört sein und bei ungünstigen Bewegungen kann eine Gelenkblockade entstehen. Vor allem dann, wenn der Bewegungsapparat durch Fehlhaltungen oder Bewegungsmangel vorbelastet ist.

Risikofaktoren:

  • Langes Sitzen, vor allem auf nicht-ergonomischen Stühlen
  • Fehlhaltungen
  • Bewegungsmangel
  • Schwache Rückenmuskulatur
  • Unausgeglichenes Krafttraining / verkürzte Muskeln
  • Extremes Joggen oder Bergsteigen
  • Viel Treppensteigen und bergauf gehen

Mögliche Ursachen:

  • Muskuläre Verspannungen und/oder verkürzte Muskeln, Sehnen, Faszien
  • Plötzliche Kompression der Bandscheiben
  • Zerrung der Muskeln, Bänder und Sehnen, die die Wirbelsäule umgeben
  • Ruckartige oder ungewohnte Dreh- und Beugebewegungen des Rumpfes
  • Hochheben oder Stemmen von Gegenständen bei gebeugtem Rücken
  • Aufstehen nach langem Sitzen
  • Vorbeugebewegung bei gleichzeitiger Rotation des Oberkörpers
  • Psychischer Stress

In selteneren Fällen sind die akuten Kreuzschmerzen nicht auf einen typischen Hexenschuss, sondern auf eine Vorwölbung der Bandscheibe (Protrusion) oder einen Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule (Prolaps) zurückzuführen. Deshalb sollte ein Hexenschuss von einem Arzt untersucht werden. Spätestens dann, wenn die Schmerzen am nächsten Tag nicht nachlassen oder es öfter zu den Symptomen einer akuten Lumbago kommt.

Ab welchem Alter ist man besonders gefährdet?

Eine akute Lumbago betrifft vor allem Menschen zwischen zwanzig und fünfzig Jahren – wer älter als sechzig ist, hat ein geringes Hexenschuss-Risiko.3 Grund dafür sind Versteifungen der Wirbelsäule, die mit dem Alter zunehmen und (falsche) Bewegungen erschweren.

 

Symptome eines Hexenschusses – erste Anzeichen einer Lumbago    

Ein Hexenschuss zeigt sich durch starke Schmerzen im Lendenwirbelbereich, die plötzlich einschießen. Oft sind die Beschwerden so stark ausgeprägt, dass die Betroffenen eine Schonhaltung einnehmen und ihre Bewegungsabläufe verändern, oder zum Beispiel aus einer Liegeposition heraus gar nicht mehr aufstehen können. Mit der Zeit führt das zu weiteren Verspannungen.  

Das blitzartige Auftreten und der starke Schmerz bei der akuten Lumbago brachten ihr den Namen Hexenschuss ein. Früher glaubte man nämlich, dass der Pfeil einer Hexe die Beschwerden verursacht. Ob es sich um Beschwerden des Ischias (auch Ischialgie genannt) oder einen Hexenschuss handelt, erkennen Sie daran, dass bei einer Ischialgie die Schmerzen eher auf Hüfthöhe beginnen und von dort aus ins gesamte Bein ausstrahlen können.4

Häufig gefragt: Mit welchen Hexenschuss Symptomen zum Arzt?    

Fast alle Deutschen zwischen 20 und 50 Jahren sind mindestens einmal im Leben von einem Hexenschuss betroffen.1 Er verläuft meistens harmlos und die Symptome klingen nach einigen Tagen von selbst ab. Jeder zweite erholt sich nach sieben Tagen, 65% nach zwei Wochen und 90% nach vier bis sechs Wochen.5 Eine ärztliche Diagnose kann klären, ob es sich um einen Hexenschuss oder andere Ursachen für die Rückenschmerzen handelt.

Insbesondere bei weiteren Symptomen bzw. Begleiterscheinungen sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen:

  • Der Schmerz nimmt zu und ist nach einigen Tagen immer noch deutlich spürbar
  • Die Schmerzen strahlen in die Beine oder das Gesäß aus
  • Es kommt zusätzlich zu Fieber oder Schüttelfrost
  • Der Betroffene hat eine chronische Grunderkrankung wie Diabetes, Osteoporose oder einen Tumor
  • Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle treten auf, z.B. in den Beinen
  • Es kommt zu Inkontinenz oder vermehrtem Harndrang
  • Der Schmerz nimmt bei der Behandlung mit Wärme zu, statt gelindert zu werden
  • Die starken Kreuzschmerzen nehmen trotz fachgerechter Behandlung nach vier bis sechs Wochen immer noch nicht ab
  • Vorsicht: Wenn der Schmerz nachlässt, während jedoch Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen zunehmen, umgehend den Notruf alarmieren

 

Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall: Die Unterschiede

Bei einem Hexenschuss ist das Geschehen auf Schmerzen im unteren Rücken beschränkt. Ein Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich hingegen löst zusätzlich andere Symptome aus.

In einem solchen Fall strahlen die Schmerzen ins Gesäß oder ins Bein aus und können von Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Lähmungen sowie Harn- und/oder Stuhlinkontinenz begleitet werden. Treten solche Symptome bei Ihnen auf, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Nur selten stecken hinter Rückenschmerzen schwerwiegende Ursachen wie ein Bandscheibenvorfall.

Hexenschuss:

  • Strahlt selten aus
  • Tritt fast immer als Folge des Hebens, Drehens oder Beugens auf
  • Lässt sich gut durch Wärme und leichte Bewegungen behandeln
  • Ist auf den unteren Rücken beschränkt
  • Es kommt nicht zu Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühlen
  • Schmerzen nehmen nicht zu, sondern nach einigen Tagen wieder ab

Bandscheibenvorfall:

  • Schmerzen strahlen häufig aus, z.B. in die Beine oder den Po
  • Schmerzen nehmen mit der Zeit zu
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle können auftreten
  • Lähmungen sind möglich
  • Auch Urin- und/oder Stuhlinkontinenz sind möglich

 

Wo können Schmerzen außerdem auftreten?    

Typischerweise beschränkt sich der Hexenschuss auf die Lendenwirbelsäule. Strahlen die Beschwerden in andere Bereiche aus oder treten zusätzlich zum Schmerz noch weitere Symptome auf, spricht das gegen eine Lumbago.

Somit kann ein Hexenschuss im oberen Rücken, im Bereich der Brustwirbelsäule oder der Halswirbelsäule nicht auftreten. Auch einen Hexenschuss in der Schulter oder anderen Gelenken gibt es nicht.

Wenn Sie unter plötzlich auftretenden Schmerzen in anderen Bereichen als dem unteren Rücken leiden, können Sie sich auf unseren folgenden Unterseiten informieren:

 

Lumbago-Diagnose: So stellt man einen Hexenschuss fest    

Wenn Sie mit einem Hexenschuss zum Arzt gehen, stellt dieser Ihnen zunächst einige Fragen, um zu erfahren, wie und wann die Schmerzen erstmalig aufgetreten sind. Dann folgt eine körperliche, eventuell auch eine neurologische Untersuchung.

Was kann der Arzt bei Hexenschuss fragen:

  • Wo treten genau die Schmerzen auf?
  • Wann sind sie aufgetreten bzw. wie lange bestehen sie schon?
  • Was taten Sie kurz bevor der Hexenschuss auftrat?
  • Strahlen die Schmerzen aus oder sind sie auf den Bereich der Lendenwirbel begrenzt?
  • Verändern sich die Schmerzen (nehmen sie zu, tagsüber oder nachts stärker)?
  • Gibt es weitere Begleiterscheinungen (Kribbeln, Inkontinenz, Taubheit)?
  • Ist es der erste Hexenschuss oder litten Sie schon früher an Kreuzschmerzen?
  • Leiden Sie unter einer psychischen Erkrankung, Stress oder Angstzuständen?
  • Leiden Sie an einer Grunderkrankung wie Diabetes, Osteoporose oder einem Tumor?

Experten zählen die akute Lumbago zu den unkomplizierten Rückenschmerzen. In solchen Fällen wird meist bewusst auf bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomographie (CT) verzichtet.1,6 Sie kommen nur zum Einsatz, wenn beispielsweise ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen werden soll. Dies geschieht u.a. dann, wenn die betroffene Person Fragen nach weiteren Begleiterscheinungen, ausstrahlenden Schmerzen oder vorliegenden Grunderkrankungen bejahen kann. Der psychische Zustand wird deshalb abgefragt, weil psychische Vorbelastungen dazu führen können, dass die Schmerzen chronisch werden. Erkrankungen wie Depressionen können also eine Chronifizierung der Kreuzschmerzen begünstigen. Auch dann, wenn bei einem Patienten schnell Hoffnungslosigkeit oder Hilflosigkeit auftreten, wenn er oder sie mit einer Situation wie einem plötzlichen Hexenschuss konfrontiert wird, kann dies eine Chronifizierung von Rückenschmerzen fördern. Man bezeichnet diese psychischen Faktoren auch als „yellow flags“ und sie müssen vom Arzt in der Anamnese eruiert werden.

Körperliche Untersuchungen wie die Begutachtung der allgemeinen Körperhaltung, der Rücken- und Wirbelsäulenform und das Abtasten des Rückens nach Verspannungen und schmerzhaften Stellen dienen vor allem dazu, Bandscheibenvorfälle als Ursache für die Kreuzschmerzen auszuschließen.

Für eine bildgebende Untersuchung (Röntgenbild, CT oder MRT) entscheidet sich der Arzt, wenn sich durch die Anamnese, Krankengeschichte und körperliche Untersuchung der Verdacht auf andere Ursachen erhärtet. Denn nicht nur ein Hexenschuss oder ein Bandscheibenvorfall kann zu Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel führen.

 

Weitere Ursachen für Schmerzen im Lendenwirbelbereich    

Auch Erkrankungen der inneren Organe können der Grund dafür sein, wenn die Schmerzen in den unteren Rücken ausstrahlen. Hier muss der Arzt sicherstellen, dass die Schmerzen im Lendenwirbelbereich nicht fälschlicherweise für einen eher harmlosen Hexenschuss gehalten werden. Denn die Schmerzen könnten – neben anderen möglichen Ursachen – auch durch Harnsteine (Urolithiasis), eine Gallenblasenentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder in sehr seltenen Fällen durch einen Tumor ausgelöst werden.

CT, MRT und Röntgen können auch dann angewendet werden, wenn der vermeintliche Hexenschuss eine ältere Person oder eine Person mit bekannter Osteoporose betrifft. Hier könnte es sich auch um einen Wirbelbruch handeln.

 

Therapie: Wie wird ein Hexenschuss behandelt?    

In der Regel verschwinden die Hexenschuss-Symptome nach einigen Tagen bis Wochen von selbst. Jeder zweite erholt sich nach sieben Tagen, 65% nach zwei Wochen und 90% nach vier bis sechs Wochen.5 Bleiben die Symptome über längere Zeit bestehen oder verschlimmern sie sich, sollte der erstversorgende Arzt erwägen, weitere Fachdisziplinen zu konsultieren.1 Womöglich steckt hinter Ihren Beschwerden dann kein Hexenschuss, sondern eine andere Ursache. Zudem muss verhindert werden, dass sich die Probleme chronifizieren, also dass sie bestehen bleiben.

Betroffene neigen dazu, sich mit einer akuten Lumbago wenig zu bewegen oder sogar Bettruhe einzuhalten. Das ist jedoch kontraproduktiv. Viel sinnvoller ist es, mit leichter Bewegung so aktiv wie möglich zu bleiben.

Hexenschuss selbst mit Hausmitteln behandeln    

Viele Betroffene empfinden die sogenannte Stufenlagerung als effektive Hilfe bei Hexenschuss:

  1. Legen Sie sich dazu auf den Rücken und stützen Sie den Nacken durch eine kleine Erhöhung (z.B. mit einem Kissen oder gerollten Handtuch)
  2. Lagern Sie die Beine hoch (z.B. mit einem Stuhl, Gymnastikball oder würfelförmigen Polster), sodass die Unterschenkel einen rechten Winkel zum Oberschenkel bilden
  3. Achten Sie darauf, dass sowohl Ihre Hüft- als auch Kniegelenke rechte Winkel bilden: die Oberschenkel liegen idealerweise senkrecht am Stuhl bzw. Polster, während die Unterschenkel waagerecht darauf ruhen
  4. Nehmen Sie die Stufenlagerung ruhig mehrmals am Tag ein, wenn die Schmerzen zu stark sind – so wird der Rumpf entlastet

Auch wenn es schwerfällt – bleiben Sie so mobil wie möglich. Besonders empfehlenswert ist Schwimmen. Die Sportart ist gelenk- und rückenschonend. Gleichzeitig belastet Ihr Körpergewicht den Bewegungsapparat im Wasser wesentlich weniger. So fallen Ihnen die Bewegungen leichter. Das führt dazu, dass sich die durch den Hexenschuss verursachten Verspannungen lösen können.

Wärmeanwendungen tun bei Hexenschuss oft gut. Schnelle Hilfe kann eine Wärmflasche, ein Wärmepflaster oder ein warmes Bad bringen. Nimmt der Schmerz durch Wärme jedoch zu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Entspannungstechniken wie z.B. die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Achtsamkeitstraining sind nicht nur empfehlenswert, um die akute Muskelverkrampfung zu lösen, sondern auch, um neuen Hexenschüssen vorzubeugen.1,7

 

Hexenschuss in der Schwangerschaft    

Durch das zusätzliche Gewicht und hormonelle Umstellungen ist der Bewegungsapparat in der Schwangerschaft besonders verletzungsanfällig, gerade auch im Bereich des Rückens. Allerdings sollten Betroffene sicherheitshalber ärztlich abklären lassen, dass es sich tatsächlich um eine Lumbago handelt und keine anderen Probleme vorliegen.

 

Vorbeugung – so schützen Sie sich vor einem Hexenschuss    

Eine gut trainierte Rückenmuskulatur und regelmäßiges Dehnen beugen zahlreichen Rückenbeschwerden und auch der akuten Lumbago vor. Kräftigungsübungen, Rückensport sowie Sportarten wie Yoga und Pilates stärken den Rücken und stabilisieren den Bewegungsapparat.

Dabei ist entscheidend, dass die Übungen – das betrifft auch Geräte- und Hanteltraining – korrekt ausgeführt werden. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie Ihre Muskulatur stärken und nicht womöglich Schaden anrichten. Lassen Sie sich von einem Trainer oder einem Physiotherapeuten zeigen, wie es geht, und achten Sie beim Sport immer darauf, dass Sie die Übungen richtig ausführen.

Übergewicht stellt eine große Belastung für die Wirbelsäule dar. Versuchen Sie, überschüssige Pfunde zu verlieren, um Ihren Rücken zu entlasten und weiteren Erkrankungen vorzubeugen.

Auch Verspannungen können das Hexenschuss-Risiko erhöhen, insbesondere wenn sie einseitig auftreten. Geben Sie daher darauf Acht, Ihren Bewegungsapparat möglichst gleichmäßig zu belasten, etwa wenn Sie Einkaufstüten tragen.

Die Hauptursachen für eine verspannte Muskulatur sind Bewegungsmangel und Stress, häufig auch in Kombination. Versuchen Sie daher, mehr Bewegung in Ihren Alltag zu implementieren. Für den Anfang ist es schon hilfreich, wenn Sie öfter die Treppe statt des Aufzugs nehmen und mehr Strecken zu Fuß zurücklegen. Langfristig sollten Sie regelmäßige sportliche Aktivitäten fest in Ihren Alltag integrieren.

Um Stress zu reduzieren, können Sie eine Entspannungsmethode erlernen. Die Muskelrelaxation nach Jacobson, auch bekannt als Progressive Muskelentspannung, wirkt spezifisch Verspannungen entgegen. Doch auch Autogenes Training oder Achtsamkeitsmedikationen können, regelmäßig praktiziert, das Stresslevel deutlich senken.

Durch richtige Bewegungsabläufe dem Hexenschuss vorbeugen    

Da der Hexenschuss durch ungünstige Bewegungen ausgelöst wird, sind ergonomische Bewegungsabläufe eine sinnvolle Vorbeugung:

  • Gehen Sie beim Heben und Abstellen schwerer Lasten in die Knie und halten Sie Ihren Rücken gerade.
  • Sitzen Sie gerade, statt Ihre Wirbelsäule stark zu krümmen. Wenn Sie eine sitzende Tätigkeit ausüben, lohnt sich die Investition in einen ergonomischen Bürostuhl und ggf. einen höhenverstellbaren Schreibtisch. Stehen Sie so oft wie möglich auf, telefonieren Sie z.B. im Stehen oder Gehen, und bewegen Sie sich idealerweise in jeder kleinen Pause.
  • Wenn Sie aus dem Liegen aufstehen, drehen Sie sich zuerst auf die Seite und richten Sie sich dann seitlich auf. Dabei können Sie sich mit der oberen Hand auf der Matratze abstützen.

 

Kurz und bündig: Das Wichtigste auf einen Blick    

Soforthilfe bei Hexenschuss – wann umgehend zum Arzt?
Bei Ausstrahlen des Schmerzes ins Bein, bei Lähmungserscheinungen, Taubheit, Kribbeln sowie Harn- und/oder Stuhlinkontinenz ist unverzüglich ärztlicher Rat einzuholen.

Wie lange dauert ein Hexenschuss?
In der Regel verschwinden die Hexenschuss-Symptome nach einigen Tagen bis Wochen von selbst. Jeder zweite erholt sich nach sieben Tagen, 65% nach zwei Wochen und 90% nach vier bis sechs Wochen.5

Wo kann der Hexenschuss auftreten?
Charakteristisch ist, dass die Schmerzen beim Hexenschuss ausschließlich im Lendenwirbelbereich, also dem unteren Rücken auftreten.

Wie lange sollte man sich mit Hexenschuss krankschreiben lassen?
Ob Sie trotz eines Hexenschusses arbeiten können, hängt von Ihrem Beruf ab. Körperlich anstrengende Arbeit könnte in den ersten Tagen eine zu große Belastung darstellen. Doch sollten Sie sich mit einer akuten Lumbago auch nicht zu sehr schonen. Bewegung ist der wichtigste Pfeiler beim Heilungsprozess.

Bei welchen Bewegungen droht der Hexenschuss?
Besonders häufig tritt der Hexenschuss beim Heben oder Abstellen von schweren Gegenständen, bei ungünstigen Drehbewegungen sowie beim Aufstehen aus dem Bett auf. Grundsätzlich kann jedoch jede Bewegung, an der der untere Rücken beteiligt ist, zur akuten Lumbago führen.

Wie Hexenschuss vermeiden?
Eine starke Rückenmuskulatur ist weniger anfällig für die akute Lumbago. Gezielte Kräftigungsübungen senken somit das Hexenschuss-Risiko. Gleiches gilt für ergonomische Bewegungsabläufe und die Reduktion von Übergewicht.

 

Systemische Enzymtherapie als Mittel gegen Hexenschuss    

Auf Verletzungen und Reizungen, auch die Nervenreizungen bei einem Hexenschuss, reagiert der menschliche Körper mit entzündlichen Prozessen. Daran sind die sogenannten Zytokine beteiligt. Es gibt verschiedene Arten dieser Botenstoffe: Manche fördern Entzündungen, andere hemmen sie.

Bei einer Entzündung ist das Verhältnis der unterschiedlichen Zytokine zueinander im Ungleichgewicht. Enzyme können hier ausgleichend wirken und dadurch Schmerzen lindern.    

Die in Wobenzym (Arzneimittel) enthaltenen Enzyme sind natürlichen Ursprungs. Im Vergleich zu Enzymen in     Lebensmitteln sind sie jedoch höher dosiert. Zudem sind sie in den Tabletten von Wobenzym (Arzneimittel) vor der Magensäure geschützt. So gelangen die Wirkstoffe dahin, wo sie gebraucht werden, und entfalten im gesamten Körper ihre entzündungshemmende Wirkung.

 

Welche Übungen helfen bei Hexenschuss?    

Die Schmerzen durch einen Hexenschuss sind meist so stark, dass Betroffene instinktiv eine Schonhaltung einnehmen und Bewegungen vermeiden. Hier ist es wichtig, dass die verkrampfte Muskulatur nach einer Überreizung nicht zu schnell zu stark belastet wird. Eine komplette Bewegungspause ist jedoch kontraproduktiv.

Versuchen Sie daher, die akute Verkrampfung mit Wärme und Entspannungstechniken zu lösen und Ihren Alltag so normal es geht fortzuführen. In der ersten Zeit werden Sie dazu wahrscheinlich Schmerzmittel benötigen. Das ist in Ordnung, solange Sie die Medikamente nicht länger als ein paar Tage am Stück einnehmen.

Zusätzlich zu Ihren Alltagsaktivitäten können Sie zur Regeneration nach einem Hexenschuss Übungen machen, die Verspannungen lindern und die Beweglichkeit wiederherstellen.

Hier finden Sie einige Anleitungen mit hilfreichen Tipps und Übungen bei Hexenschuss.

Wichtig: die folgenden Übungen werden teilweise in einem sehr labilen Zustand durchgeführt, nämlich dann, wenn der Hexenschuss gerade aufgetreten ist. Wenn die Schmerzen während der Bewegung deutlich zunehmen oder Sie unsicher sind, kontaktieren Sie einen Arzt, bevor Sie diese durchführen.

 

Übung 1 – Lendenmuskel und Rückenstrecker mit der Trigger-Methode lockern

Durch die akute, schmerzhafte Verkrampfung der Muskeln beim Hexenschuss ist man zunächst kaum bewegungsfähig. Ein Grund hierfür ist häufig der quadratische Lendenmuskel (Quadratus lumborum), der sich direkt links und rechts neben der Wirbelsäule im unteren Viertel des Rückens befindet. Ein anderer Grund ist oft ein stark verspannter Rückenstrecker (Musculus erector spinae). Durch das gezielte Drücken beider Muskeln im unteren Rückenbereich kann man sich nach dieser Übung häufig wieder bewegen bzw. aufstehen, wenn auch nicht gänzlich ohne Schmerzen, um z.B. zum Arzt zu gelangen, vorsichtige Dehnübungen durchzuführen oder die Stufenlagerung vorzunehmen.8

  1. Drücken Sie mit den Daumen von hinten in die untere Rückenmuskulatur direkt neben der Wirbelsäule (quadratische Lendenmuskel, Quadratus lumborum) kurz unter dem letzten Rippenbogen
  2. Sobald Sie einen Schmerzpunkt gefunden haben, bleiben Sie mit dem Daumendruck für 20- 30 Sekunden an dieser Stelle und bewegen den Oberkörper leicht nach links, rechts, vorne und hinten, soweit die Schmerzen es zulassen, um die Verspannungen zu triggern und zu lösen. Heben Sie mit gedrückten Daumen nach Möglichkeit die Beine abwechselnd an und gehen Sie ein paar Schritte im Raum umher
  3. Wandern Sie mit den Daumen am Lendenmuskel nah an der Wirbelsäule weiter herunter und wiederholen Sie in kleinen Abständen mit gedrückten Daumen die Bewegungen von Schritt 2
  4. Nun wandern Sie mit den Daumen wenige Zentimeter nach außen von der Wirbelsäule weg, wo der Rückenstrecker (Musculus erector spinae) sitzt. Bearbeiten Sie diesen Muskel links und rechts genauso wie den Lendenmuskel und lösen Sie die weitere Verspannungspunkte mit der Triggermethode
  5. Sollten die Schmerzen durch diese Übung stark abnehmen und die Bewegungsfähigkeit wiederhergestellt sein, bleiben Sie trotzdem vorsichtig. Gehen Sie möglichst ohne Bergauf- Passagen ein bisschen spazieren. Denn die Schmerzen mögen gelindert worden sein, aber die Muskulatur ist noch verhärtet

 

Übung 2 – Gesäßmuskeln mit der Trigger-Methode lockern

Eine verhärtete Gesäßmuskulatur (insbesondere der Musculus gluteus medius und Musculus gluteus maximus) ist ebenfalls häufig Verursacher von heftigen Rückenschmerzen. So lockern Sie diese mit der Triggermethode:

  1. Legen Sie sich in Rückenlage z.B. einen Tennisball oder Faszienball unter den oberen Teil Ihres Gesäßmuskels (M. gluteus medius) und finden Sie eine schmerzende Stelle. Behalten Sie den Druck für 10-20 Sekunden bei, bis der Schmerz nachlässt. Wenn er sich nicht reduziert, drücken Sie zu fest – nehmen Sie dann etwas Druck heraus
  2. Setzen Sie den Ball etwas weiter unten am Gesäß an (M. gluteus maximus) und halten Sie am Schmerzpunkt den Druck auch hier für 10-20 Sekunden aufrecht

 

Übung 3 – Rückenstrecker dehnen: Katze-Kuh

Diese Übung zielt darauf ab, den Rückenstrecker (Musculus erector spinae) im Lendenwirbelbereich zu dehnen. Beachten Sie auch hier wieder Ihre individuelle Schmerzgrenze.

  1. Machen Sie im Vierfüßlerstand abwechselnd langsam einen Rundrücken („Katze“) und ein Hohlkreuz („Kuh“)
  2. Wiederholen Sie die Übung 4x für jeweils 15 bis 20 Sekunden

 

Übung 4 – Hüfte mobilisieren

Auch bei dieser Mobilisationsübung sollten Sie Ihre Schmerzgrenze berücksichtigen. Diese Übung soll es mit jeder Wiederholung erleichtern, die Hüfte weiter nach vorne zu schieben.

  1. Im hüftbreiten Stand legen Sie die Hände seitlich an die Hüfte, als würden Sie den unteren Rücken stützen wollen, die Daumen zeigen nach vorne
  2. Kippen Sie nun die Hüfte 7x langsam vor und zurück
  3. Mit jeder Wiederholung sollten Sie die Hüfte etwas weiter nach vorne bewegen können
  4. Wiederholen Sie die Übung dreimal

Eine der besten Sportarten, um den Rücken zu kräftigen und gleichzeitig zu entlasten, ist das Schwimmen. Auch bestimmte Übungen der Wassergymnastik können helfen.

Auch Pilates eignet sich sehr gut, um die Rücken- und Rumpfmuskulatur zu kräftigen und so Beschwerden vorzubeugen.

 

Quellen

  1. Nationale Versorgungs-Leitlinie (2017): Nicht-spezifischer Kreuzschmerz; AWMF-Register-Nr.: nvl-007 (online: https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/kreuzschmerz/kreuzschmerz-2aufl-vers1-kurz.pdf)
  2. https://www.tk.de/techniker/magazin/sport/gesunder-ruecken/ursachen-von-rueckenschmerzen-2007860, Abruf am 27.05.2021
  3. https://www.minimed.at/medizinische-themen/bewegungsapparat/hexenschuss/, Abruf am 27.05.2021
  4. https://flexikon.doccheck.com/de/Ischialgie, Abruf am 27.05.2021
  5. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/symptome/hexenschuss-symptome-therapie-und-tipps-735041.html, Abruf am 28.05.2021
  6. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-007k_S3_Kreuzschmerz_2018-02.pdf, Abruf am 27.05.2021
  7. https://www.gesundheitsinformation.de/entspannungstechniken-bei-rueckenschmerzen.html, Abruf am 31.05.2021
  8. https://www.muskel-und-gelenkschmerzen.de/schmerzen/rueckenschmerzen/hexenschuss/, Abruf am 27.05.2021

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